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Junk-Food,
feuchtes Ölzeug
und dreifache Rumpfgeschwindigkeit -
Interview mit Kristian Hajnsek
Exclusivinterview
für die SVC-Seite mit Kristian Hajnsek
aus Slowenien, der mit seiner "Adria Mobil 509"
in den
letzten 2 Jahren an allen maßgeblichen Regatten der
Class Mini sehr erfolgreich teilgenommen hat. |
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| Der
Canting-Kiel im Zentrum des "Salons"
Foto:Heina
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| Adria Mobil 509 mit Kristian |
Bei
dem Boot von Kristian handelt es sich um einen Prototypen modernster Art,
Kohlefaser-Sandwich, gebacken, mit Canting-Kiel und Wasserballast. Bei
den Minis sind diese Kiele, die bei den Volvos noch "verbesserungsfähig"
sind, übrigens absolut ausgereift und bieten gegenüber einem
festen Kiel ganz besonders auf Reachkursen einen großen Vorteil.
Die Fragen beziehen sich auf die letzte Regatta, Frankreich-Azoren und
wieder zurück, alles einhand, jede Strecke ca. 1200sm.
1.
Wie hast Du es mit dem Schlafen gehalten?
Es
kamen einige Dinge zusammen, so dass es gut klappte. Wir haben im Winter
an diesem Thema gearbeitet, zusammen mit einem auf Schlafentzug spezialisiertem
Arzt. Dazu kam die größere Erfahrung beim Kräfteeinteilen,
wir hatten die Segel der Situation gut angepaßt und haben das Potential
der NKE-Selbststeueranlage viel besser ausgeschöpft.
2.
Wie hast Du Dich ernährt?
Grundlage
war ein Eiweiß-Shake (Puder mit Wasser ansetzen), Kraftgel mit Trockenfrüchten
(Bananen, Feigen, Datteln,Äpfel), Knäckebrot. Hauptmahlzeit
war gefriergetrocknet (meistens Pasta) von Reiter, genannt "Travel
Lunch". Ich glaube, es ist eine deutsche Firma, aber das Essen ist
erstaunlich gut. Ich habe auch die nicht so berühmten Überlebensrationen
der Special Forces aus Singapur probiert, die Elaine Chua freundlich mit
uns teilte. Sie sind gut, etwas schwer, aber für meinen Geschmack
sind sie zu asiatisch.
Zu diesen Sachen kommen noch einige Vitmin- und Mineralpillen, einige
isotonische Drinks, und schon hat man das Grundmenü.
3.
Wie hast Du Deine Route festgelegt, d.h. Wetternavigatiob mit einfachsten
Mitteln?
Die
Route wurde vor dem Start mit unserem Wetter-Router festgelegt. Wir benutzen
neue GRIB files von ECMWF und Routingsoftware mit unserem Bootspolars.
Das reicht für die ersten 3 Tage, dann hatten wir einige mögliche
Szenarien vorbereitet. Nach 6 Tagen ist man auf sich selbst gestellt,
man hört SSB Wetterbericht, beobachtet das Wetter, und ein wenig
Glück hilft auch.
4.
Wie hast Du Deine Batterien nachgeladen, war Strom ein Problem?
Ich
benutzte einen Honda 10i-Generator mit 22oV-Ausgang und ein 20Amp-Ladegerät.Das
war mehr als genug Energie. Ich benutzte die NKE-Selbststeueranlage sehr
viel und brauchte trotzdem nur 6 Liter Benzin in 9 Tagen.
5.
Welche Segel hast Du hauptsächlich benutzt? Würdest Du an der
Segelgarderobe was ändern?
Ich
benutzte alle Segel, außer Sturmsegel. Es wird eine gewisse Entwicklung
geben, aber nur Evolution, keine Revolution, bei dem nächsten Satz
Segel.
6.
Welchen Schnitt hast Du trotz Flauten erreicht? Was war der Topspeed?
Die
Durchscnittsgeschwindigkeiten hat der Veranstalter ausgerechnet, ich könnte
sie im Moment nicht nennen. Die Höchstgeschwindigkeit war nicht extrem
- wenn man sein Boot kontrollieren kann, dann hält man es unter der
roten Zone und segelt lieber mit einem hohen Schnitt, als mit Spitzen
zu hoher Geschwindigkeit. Auf dem Hinweg erreichte ich etwas über
16kn und etwa 18kn auf dem Rückweg.
7.
Wie bist Du mit der Einsamkeit klargekommen?
Ausgezeichnet,
hatte die ganze Zeit nette Gesellschaft... (Anmerkung:Kristian lieferte
sich
harte Kämpfe in der Spitzengruppe)
8.
Was waren die härtesten, und was waren die schönsten Momente
des Rennens?
Wenn
man gegenüber den Gegnern zurückfällt, ist es schlecht,
und wenn man etwas gutmacht, ist es gut.
9.Unabhängig
von Regatten, was fasziniert Dich am Mini-Segeln?
Die
Tatsache, dass man einen Menschen in 3 Kubikmeter Raum packt, nicht genug
schlafen läßt, ihn nur Junk-Food essen läßt und
ihn permanent naß, oder zumindest feucht hält, ihn zur Einsamkeit
zwingt und er trotzdem immer nach mehr verlangt...
(Fragen
und Übersetzung von Heina)
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