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Erfahrungen aus den Jollenregatten 2002 von Cuxhaven

Erfahrungen aus den Jollenregatten 2002 vor Cuxhaven
von Dr. Hannes Roß

Sehr gute Windstärken (4-5 Bft) verhalfen den PNE-Tornado und O-Jollen-Wettfahrten (Wettfahrt 2 bis 4) in der Grimmershörnbucht zu einem vollen Erfolg. Die erste Wettfahrt auf Medem Reede bei geringen Windstärken (1 bis 2) wurde dagegen auch als Testfall für die Durchführbarkeit derartiger Regatten unter olympischen Bedingungen aus den Jollenregatten 2002 vor Cuxhaven

Im August und September 2002 wurden an 3 Wochenenden 4 Jollenregatten vor
Cuxhaven mit der Unterstützung der Stadt Cuxhaven durch die SVC organisiert und durchgeführt.(Teeny-Klasse,O-Jollen,Tornados und Korsare).

17/21.08.02

Die Jüngstensegler in den Teenys segelten als Auftakt zum Sommerabend am Meer in der Grimmershörn-Bucht um den Ahoi-Cux-Cup und konnten trotz flauer Winde als jugendliche Segler viel Aufmerksamkeit erregen. Am folgenden Sonntag wurden unter regulären Bedingungen 3 Wettfahrten durchgeführt. Die Segler waren begeistert und baten um die Aufnahme der Regatten vor Cuxhaven in den Ranglistenkalender. Teilnehmer 24 Boote.

24/25.08.02.

In einer gemeinsamen Veranstaltung segelten die O-Jollen und Tornados eine Woche später um den Plambeck-Cux-Cup. Am Samstag wurde bei wenig Wind eine Wettfahrt auf der Medem Reede gestartet. Während der Wartezeiten konnten sich die Boote auch bei Windstärken von 0-2Bft. gut im Strom halten. Die Segler schätzten besonders die Weite der
Bahnen. Die Querung des Fahrwassers war unter Begleitung durch die Sicherungsboote, unter der Beobachtung durch die DGzRS und in Absprache mit der Radarzentrale unproblematisch. Besondere Aufmerksamkeit erforderten einzelne Boote, die außerhalb der Planung hin- oder zurücksegeln wollten.
Am Sonntag segelten beide Klassen unter optimalen Bedingungen in der Grimmershörn-Bucht. Die Hochwasserzeit reichte für 3 Wettfahrten mit evtl. erforderlicher Verlegung der Tonnen. Bei 4-5 Bft. N-NW erschienen die einzelnen Kurse für die O-Jollen noch ausreichend in der Länge, die Tornados suchten sich ihren Raum über die vereinbarten Bahngrenzen hinaus auch im Fahrwasser. Die Wasserschutzpolizei sicherte die Segler zum Fahrwasser hin ab.
Beide Klassen nannten die Wettfahrten meisterschaftswürdig und lobten das Revier vor Cuxhaven. Es ist mit weiterem Interesse dieser Segler an Wettfahrten vor Ort zu rechnen.
Teilnehmer : 10 O-Jollen, 7 Tornados

7./8.9. 02

Die ersten 3 Wettfahrten der Korsar Jollen wurden bei 4-6 Bft. auf der Medem Reede mit großer Begeisterung der Teilnehmer und der Zuschauer gesegelt. Die Segler empfanden Wind, Strom und Welle als gut segelbar und hätten auch gern noch eine weitere Kurzwettfahrt bestritten. Begrenzend war für die Organisation die provisorische Slippbahn mit übergroßer Steilheit. Auch dieses Feld hatte mit der gesicherten Querung des Elbfahrwassers keine Schwierigkeiten. Lediglich bei der Rückkehr von der Elbe in den SVC Hafen hatten einige Segler im Strom nicht genug vorgehalten und mußten zu guter Letzt noch aufkreuzen, immer im Schutz der Begleitboote.
Am Sonntag wurden weitere 3 Wettfahrten in der Grimmershörn-Bucht ausgesegelt-bei ausreichend Wasser. Glücklicherweise drehte der Wind rechtzeitig von Ost auf Südost bis Süd und wehte mit 3-4 Bft. Auch die Korsarjollen versuchten den Vorteil des Fahrwasserstromes zu nutzen und mußten von den Begleitbooten in die Bucht zurückgedrängt werden.
Teilnehmer: 23 Korsar-Jollen

Eigmung des Reviers

Die Medem Reede ist für Jollen ein überaus geeignetes Segelrevier mit ausreichendem Abstand zur Berufsschiffahrt und selbst bei 6 Bft. aus SW gut segelbar. Auch bei NW liegen die Bahnen im Schutz des Kratzsandes. Die Messungen des WSA mit max. Stromgeschwindigkeiten bis zu 1,5Knoten innerhalb von 4 Stunden um Hochwasser konnten bestätigt werden. Die Bahnen können beliebig gedreht und in der Länge ausgelegt werden. Die Anfahrt und Rückkehr in den SVC Hafen erfordert nach Absprache mit der Radarzentrale ausreichende Sicherung. Besonders muß auch die evtl. notwendige vorzeitige Rückkehr einzelner Segler vorsorglich geplant werden. Für Besucherschiffe ist ausreichend Platz, der allerdings ausgewiesen werden sollte.
Die Grimmershörn-Bucht überzeugt durch ihre Funktion als Arena am Meer. Die Resonanz aus der Bevölkerung war überwältigend. Dafür ist bei großen Feldern und besonders bei schnellen Bootsklassen eine gewisse Enge des Reviers nicht zu übersehen.
Wegen der Gezeitenströme müssen die Segler aus den Häfen jeweils gegen den Strom in die Bucht sowie zurück in die Häfen segeln. Auch evtl. Aufkreuzen im Fahrwasser unter Begleitung hat keine Schwierigkeiten bereitet. Schleppleinen wurden vorgehalten.
Die Segler haben auf Befragen diese Regattabahn als positiv bewertet; auch die Aktiven schätzen die Nähe zum Zuschauer. Wenn immer möglich sollte ein Mix angestrebt werden, auch mit dem Ziel der Promotion des Segelsportes.

Sicherheitsanforderungen

Zur Sicherung der Boote bereits im Hafen, dann während der Querung des Fahrwassers und auf den Bahnen haben sich die kleinen, schnellen Schlauchboote oder auch Festrumpfboote bestens bewährt. Diese wurden auch zum Einrichten der Bahnen und zur Korrektur der ausgelegten Bahnmarken eingesetzt. Für Großveranstaltungen sollte die Organisation ausreichend geeignete Boote mit sicherer Kommunikation vorhalten, beziehungsweise vorbestellen. Die Kommunikation auf der Bahn war mit einem internen UKW-Netz gut.
Zum Land und zur Radarzentrale wurde auf das öffentliche UKW Netz zurückgegriffen.
Nach Einweisung der Besatzungen vor den Regatten haben diese umsichtig und vorbildlich zum Erfolg beigetragen. Sicher kann die Organisation auch weiterhin auf die hauptamtlichen Sicherungen durch DGzRS und DLRG, evtl. auch durch THW, Feuerwehr usw. zurückgreifen, wenn es um Großveranstaltungen geht.

Manpower

Der personelle Aufwand zur Durchführung einer Regatta ist groß. Die Jollenregatten wurden von 25-30 Mitarbeitern überwiegen der SVC organisiert. Es wäre gut, wenn sich ein Team mit ausreichend Mitarbeitern finden würde, auf das zurückgegriffen werden könnte. Zu denken ist auch bei Großveranstaltungen an die Beteiligung der Nachbarvereine. Eine gründliche Vorbereitung schafft Sicherheit und Spaß an der Organisation. Die Wettfahrtleitung wurde von 3 Mitgliedern aus der SVC gestellt. Auch diese, sowie weitere Interessierte, sollten zu Schulungen im Winterhalbjahr geschickt werden.
Gleiches gilt für die Jury.
Zu denken ist auch an eine Zusammenarbeit im Rahmen der Nordseewoche.

Kosten

Der finanzielle Aufwand im Startjahr war groß. Glücklicherweise konnte das Olympiabüro aus dem Spendentopf einen erheblichen Zuschuß leisten. Weiterhin fand die SVC Sponsoren zur Finanzierung der Preise und Kosten. Die Mitarbeiter auf den Bahnen und an Land arbeiteten alle ehrenamtlich. Für fremde Boote waren Unkosten zu erstatten.
Die beschafften Ausrüstungen wie Bojen und Verankerung sowie Kommunikationsgeräte sind weiterhin zu nutzen. Preisgelder dürften in Zukunft nicht mehr in gleicher Höhe zu erreichen sein. Ich habe jedoch eine Ahnung, daß prominente, eingeladene Teilnehmer auch andernorts Geld kosten. Veranstaltungen ohne Sponsoren sind kaum noch denkbar.

Aussichten

Die erfolgreiche Durchführung von 4 Regatten an 3 Wochenenden in Folge hat große Resonanz gefunden. Der sportliche Wert des Jollensegelns vor Cuxhaven ist nicht mehr zu bestreiten. Die einzelnen Klassen denken über regelmäßige Regattaveranstaltungen hier nach.
Die Anfrage der Deutschen Matchrace Vereinigung zur Durchführung einer DM 2003 wurde bereits von der SVC positiv beantwortet. Eine weitere Meisterschaft wird geplant. Die Klassenvereinigung der Korsare denkt über die EM 2004 vor Cuxhaven nach.
Das Revier mit Windsicherheit, die Durchführung mit schneller Ergebnisrechnung, aber nicht zuletzt die gelobte Landorganisation mit Grillabend und großer Gastlichkeit haben Anerkennung gefunden. Ich bin sicher Cuxhaven hat eine Nische besetzt.

H.Roß 30.09.02