Dr. Roß optimistisch

Auch Dr. Hannes Roß, Chef der Cuxhavener Segler- Vereinigung, gab sich vor der Abfahrt nach Frankfurt optimistisch: „Wir kennen die Konkurrenz-Reviere und wissen daher, dass wir für Olympia 2012 etwas ganz Besonderes bieten können." Roß spielte mit seiner Aussage auf das schwierige, aber reizvolle Revier in der Medemrinne. Roß macht sich in den nächsten Wochen auf die Suche nach prominenten Fürsprechern, die das ehrgeizige Vorhaben „Olympia 2012 in Cuxhaven" unterstützen.
So besteht bereits Kontakt zu Paul Hendricksen. Der anerkannte Fachmann war früher niedersächsischer Landestrainer und weilte mit seinen Schützlingen gerne in Cuxhaven, um Lehrgänge in der 420er-Klasse und bei den Tornados zu absolvieren. „Hendricksen war immer vollauf begeistert", so Roß. Zum Trödeln hat das Cuxhavener Olympia-Team um Oberbürgermeister Heyne keine Zeit mehr. Bereits am 15. Mai müssen die kompletten Bewerbungsunterlagen beim NOK in Frankfurt vorliegen. Das Komitee hat harte Auflagen erteilt, die von den Bewerbern erfüllt werden müssen. Schwachstellen in den einzureichenden Unterlagen kann sich daher niemand leisten. Die Stadt Cuxhaven hat sich mit der NWP-Planungsgesellschaft aus Oldenburg einen Partner zur Seite geholt. NWP entwickelt das Konzept für die Bewerbung und erstellt sämtliche Unterlagen. Zurücklehnen können sich die Verantwortlichen in Cuxhaven deshalb aber noch lange nicht. Im Gegenteil: Fleißarbeit ist gefragt. Unter der Regie von Oberbürgermeister Heyne und Stadträtin Hanni Krüger wurden in der vergangenen Woche etliche Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen - zum Beispiel Finanzierung, Schiffsverkehr, Medienbetreuung oder Hotellerie - ge bildet. Die Ergebnisse dieser Gruppen sollen von einem Lenkungsausschuss gebündelt werden. Welches deutsche Segelrevier in die internationale Ausscheidung kommt, wird zu einem großen Teil auch vom Deutschen Segler-Verband (DSV) beeinflusst. Das NOK holt sich beim Verband Meinungen und Informationen ein. Einen möglicherweise bereits existierenden Favoriten wollte der DSV auf Nachfrage nicht nennen. „Einen Favoriten gibt es nicht. Das wäre auch noch viel zu früh", meinte Heidemarie Wiese, Assistentin des DSV- Sportdirektors in Hamburg. „Aber natürlich werden wir als Fachverband irgendwann vom NOK gefragt werden." Dr. Hannes Roß von der Segler-Vereinigung kennt noch ein großes Plus, das für Cuxhaven als Austragungsort sprechen könnte: „Olympia bei uns - das wäre das Größte, was die Nordseeregion bislang erlebt hat."


Bewerbung für Segelwettbewerbe läuft
von Matthias Berlinke
- "Sonntagsjournal", Bremerhaven
v. 20.1. 2001 -
Cuxhaven bastelt an Olympia

Die olympischen Segelwettbewerbe der Sommerspiele 2012 sollen auf der Elbe vor Cuxhaven stattfinden:
Diese Vision aus dem vergangenen Jahr hat die verantwortlichen Köpfe der Stadt bis in die Haarspitzen motiviert. Aus der Vision haben sich mittlerweile kon krete Planungen ergeben. Gestern waren Cuxhavens Oberbürgermeister Helmut Heyne und Dr. Hannes Roß, Vorsitzender der Cuxhavener Segler-Vereinigung, zu Gast beim Nationalen Olympischen Komitee (NOK) in Frankfurt. Das NOK empfing die Ver treter der Bewerberstädte und der potenziellen Segelreviere zu einem ersten Informations- und Meinungsaustausch. „Dort wurden grund legende Sachen mitgeteilt", sagte ein Sprecher des NOK auf Anfrage des Sonntagsjournals. „Regularien und der Ablauf des Bewerbungsverfahrens wurden hier vorgestellt." Walther Tröger, Präsident des NOK, begrüßte die Delegationen persönlich und machte auf die Bedeutung der Olympischen Spiele 2012 für den möglichen Standort Deutschland aufmerksam. „Wir wollen Witterung aufnehmen, schauen, wie der große Apparat beim NOK funktioniert. Ich bin sehr neugierig", hatte Oberbürgermeister Heyne vor der Abreise nach Frankfurt gesagt. Im November des vergangenen Jahres hatte sich das NOK dazu entschlossen, dass sich Deutschland um die Ausrichtung von Olympia 2012 bewirbt. Daraufhin machte sich auch Cuxhaven startklar und schickte die Be- werbungsanmeldung für die Segelwettbewerbe los .
Die 50000 Euro, die für diese Formalität notwendig waren, wurden nach Angaben der Nordwest-Zeitung von der Cuxhavener Wirtschaft gesponsert. Das NOK hat das Auswahlverfahren getrennt. Die Olympia-Stadt und die Wettkampfstätte für die Segler werden getrennt voneinander ausgewählt. Neben Cuxhaven bewerben sich Stralsund, Rostock, Kiel und Lübeck um die attraktiven Segelwettbewerbe. ,,Wir haben echte Außenseiterchancen", sagte Heyne. „Wir haben nichts zu verlieren."Am 15. April 2003 entscheidet das NOK, welcher deutscher Bewerber das Ren- nen gemacht hat und in die internationale Qualifikation geht. Das Internationale Olympische Komitee entscheidet dann im Jahr 2005, welche Stadt den Zuschlag für Olympia 2012 erhält.