Gäbler macht gute Werbung

Segel Profi lobt Revier vor Cuxhaven

"Sonntagsjournal" Bremerhaven
vom 24. März 2002
Cuxhaven (ber). Roland Gäbler ist ein Weltklasse-Segler: Der 37-Jährige ist mehrfacher Tornado-Weltmeister und war Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen in Sydney. Kein Wunder, dass Gäblers Auffassungen vom Segelsport bei den Experten einen hohen Stellenwert genießen. Und in Cuxhaven freut man sich:
Denn der in Dänemark lebende Profi hat ein klares Bekenntnis für die Stadt an der Elbmündung als Austragungsstätte für die olympischen Segelwettbewerbe 2012 abgegeben.
In einem Zeitungsinterview lobte Gäbler die Bedingungen im Cuxhavener Segelrevier: "Cuxhaven gehört zu den windsichersten Revieren der Welt. Die Brise kann direkt vom Meer einsetzen. Es gibt keine Behinderung im Umland." Auch die als schwierig eingestuften Strömungsverhältnisse in der Medemrinne und auf Medemsand würden für die Olympia-Teilnehmer kein gravierendes Problem darstellen. "Ich halte dies für eine taktische Herausforderung", sagte Gäbler im Interview. "Wenn ich die letzten vier Olympischen Spiele Revue passieren lasse, hatten wir vor Pusan extreme Strömung, vor Barcelona nicht so viel, vor der Ostküste der USA in Savannah hatten wir auch ein Strömungsrevier und vor Sydney sogar zum Teil extreme Strömung. Ich würde das Revier vor Cuxhaven etwa in der Mitte ansiedeln."
Der Cuxhavener Oberbürgermeister Helmut Heyne und der Vorsitzende der Cuxhavener Seglervereinigung, Dr. Hannes Roß, die beide in vorderster Front das Projekt "Olympia 2012" anschieben, hören positive Bewertungen wie die von Gäbler gerne
.
Bis zum 15. Mai muss Cuxhaven die Bewerbungsunterlagen beim Nationalen Olympischen Komitee (NOK) in Frankfurt/Main eingereicht haben. Im kommenden Jahr wählt das NOK einen deutschen Bewerber aus.
Welche Nation letztendlich den Zuschlag erhält, muss das Internationale Olympische Komitee in zwei Jahren entscheiden.
 

Auf deutscher Ebene buhlen neben Cuxhaven die Standorte Lübeck-Travemünde, Kiel, Rostock und Stralsund um die Gunst der NOK-Funktionäre.
Das Cuxhavener Organisationsteam wird übrigens von der NWP-Planungsgesellschaft aus Oldenburg beraten. "Vor kurzem gab es ein Treffen aller Bewerberstädte in Leipzig", sagt Roß. "Hier wurde noch mal informiert, welche Marketingmaßnahmen erlaubt sind und welche nicht."
So dürfe die Stadt Cuxhaven weder mit dem Begriff "Olympia" noch den olympischen Ringen werben. Hinter den Kulissen arbeiten Ross, Heyne und Co. auf vollen Touren. "Nach außen hin sieht es vielleicht so aus, als ob der See bei uns still ruht", sagt Segler-Boss Roß. "Aber wir arbeiten im Hintergrund sehr intensiv."

NOK-Vertreter kommen
Demnächst macht eine Delegation des NOK einen Abstecher nach Cuxhaven, um sich vor Ort einen Überblick über den Stand der Dinge zu verschaffen. "Einen genauen Termin gibt es noch nicht, wahrscheinlich aber kurz nach Ostern", meint Roß. "Wenn alles klappt, möchten wir per Flugzeug oder Hubschrauber das Segelrevier vorstellen. Dabei bekommen wir Unterstützung vom Marinefliegergeschwader aus Nordholz."
Das Projekt "Olympia 2012" wird auch vom Cuxhavener Kreissportbund unterstützt. "Wir sind bereit zu helfen", sagt der Vorsitzende Harald Graw. "Die Spiele sind eine großartige Chance für die Region. Wir haben hier hervorragende Bedingungen auch für die Zuschauer." Graw hofft darauf, dass bei den Cuxhavener Bürgern bald das Olympia-Fieber entfacht wird. Diese absolute Rückendeckung vermisst der Kreissportbund-Vorsitzende momentan noch.