Fahrtenbuch der "Tabaluga"
Berichte von Elvira & Alfons Schön von ihrer Reise ins Mittelmeer 2002/2003


10. Juli 2003


Heimkehrt
Mit der Abendflut am 10. Juli 2003 kehrte die Tabaluga in ihren Heimathafen nach über 12 Monaten Törnzeit zurück. Boot und Besatzung sind wohlauf.

25. Juni 2003


Südengland erreicht
Liebe Familie und Freunde!
Schniefen, niesen, husten ... mitten im Beaulieu River an der südenglischen Küste zwischen Eichenwäldern, Weißdornhecken und auch sonst reichlich heimischem Grün trifft uns die Erkenntnis wie eine Keule - wir sind bald zu Hause! -
Nach einem Jahr Beschwerdefreiheit werden in Vergessenheit geratene Pillen und Sprays gegen Allergie und Heuschnupfen herausgekramt und die Flucht aus der Idylle angetreten.

Von den Kanalinseln kommend ankerten wir zunächst hinter den Needles, den berühmten Kalkfelsen in der westlichen Solenteinfahrt, um danach die Isle of Wight und die südenglische Küste zu erkunden. Lymington, Buckler's Hard, Cowes und Portsmouth waren unsere Stationen. Der Solent ist ein traumhaftes Segelrevier für Boote aller Größen. Das Revier wird von Regatten beherrscht, eine große Segelbegeisterung ist spürbar.
Nachdem wir uns in diesem abwechselungsreichen Gebiet viel Zeit ließen, segelten wir zügig von Portsmouth über Eastbourne nach Dover. Morgen soll es wieder zurück über den Kanal nach Frankreich und in den nächsten Tagen über Belgien in die Niederlande gehen.

Immer öfter denken wir jetzt an zu Hause und halten Rückblick. Vor ziemlich genau einem Jahr starteten wir in Cuxhaven. In diesem Jahr haben wir mit unserer Tabaluga 8 Länder besucht, viele schöne Orte gesehen, uns auf die Lebensgewohnheiten des jeweiligen Landes eingelassen, liebenswerte Menschen getroffen und wunderschöne Augenblicke erlebt. Was das Jahr aber ganz besonders ausgemacht hat, ist das Leben ohne Terminkalender !


14. Juni 2003


Zwischen Bretagne und Kanalinseln
Liebe Familie und Freunde!
Es zischt, brodelt, schäumt und spritzt um uns herum - das Meer scheint zu kochen. Wir segeln durch die Alderney Race auf die Hafeneinfahrt von Braye zu. Obwohl wir die Durchfahrt bei besten Bedingungen, nämlich Strom und moderaten Wind aus der selben Richtung, durchlaufen, müssen wir uns durch einen "Hexenkessel" kämpfen. Nicht auszudenken, wie es hier bei ungünstigen Bedingungen aussieht.
Die Rückreise der Tabaluga hat sich zu einem seglerischen Highlight entwickelt und wir haben unsere Entscheidung bisher noch nicht bereut.
Die Landschaft an der Nordküste der Bretagne und den Kanalinseln ist einzigartig schroff und anziehend zugleich. Man fährt dicht an großen und kleinen Steinen durch enge Fahrwasser in Häfen und Flußmündungen. Überall bieten sich neue Ausblicke auf das grüne Hinterland. Dazu lauern Unterwasserfelsen, heftig setzender Strom und großer Tidenhub. Vor jeder Weiterfahrt müssen wir deshalb die Tide mit Stromrichtung, -stärke und Wasserstände, dazu Windrichtung und -stärke, berechnen.
So segelten wir von Brest in die Häfen von L'Aberwac'h, Ploumanach und Trèguier an der Cote de Granit Rose vorbei. Die rosa Granitküste der Bretagne ist so benannt, weil malerische Felsformationen im Abendlicht rosa leuchten.
Von Trèguier hatten wir eine schnelle Überfahrt zur 52 sm entfernten Insel Guernsey. Von Guernsey, der größten Kanalinsel segelten wir weiter nach Alderney. Von hier aus wollen wir in den nächsten Tagen den Kanal in Richtung englischer Südküste überqueren.
Bis dahin grüßen Euch ganz herzlich
Elvira und Alfons
auf der Tabaluga

30. Mai 2003


Brest erreicht
Bonjour, nos amis!
Nach 285 Seemeilen gehen wir heute vor Audierne, in der Nähe von Brest, vor Anker. Bei NE-E Winden von 3-6 Beaufort und nur 0,5 - 1,5 m Seegang war unser leichtes Schiff in seinem Element. Wir segelten mit nur einem Vorsegelwechsel und mehrmaligen Ein- und Ausreffen des Großsegels in 57 Stunden auf die französische Seite.
Liebe Grüße
Elvira und Alfons
SY Tabaluga


25. Mai 2003


Vor dem Sprung durch die Biscaya
Liebe Familie und Freunde!
Die Entscheidung, über den Atlantik nach Hause zu segeln, haben wir nicht bereut. Viele neue Eindrücke und interessante Erlebnisse haben wir seit unserer letzten e-mail vor einem Monat dazugewonnen.

Von Lissabon angefangen schien der Wind erst gegen uns zu sein. Wir kämpften uns an der portugiesischen Küste bis Porto gegen 4-6 Windstärken aus Nord und 2-3m Seegang voran. Die Tablette gegen Seekrankheit gehörte zu Elviras Frühstücksmahlzeit. Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen genossen wir Potugal mit seinen freundlichen Menschen, den abwechslungsreichen Landschaften und den sturmreichen Hafentagen.
So unternahmen wir vom noblen Badevorort Lissabons, Cascais, aus einen Abstecher mit dem Bus ins bergige, grüne Hinterland und zur westlichsten Festlandspitze Europas. Im krassen Gegensatz dazu standen in den folgenden Tagen die typischen einfachen Fischerdörfer an der Atlantikküste. An kilometerlangen, breiten Sandstränden trocknen dort alte Fischersfrauen, gekleidet mit oft schwarzen knielangen Röcken und Kopftüchern den Fisch und bieten ihn zum Verkauf an. Hier machen auch viele Portugiesen Urlaub. Das Leben ist preiswert. Ein 3 Gänge Menü inclusive 1 Flasche Wein kostet ca. 6 Euro.
Dann Porto - eine vollständig erhaltene alte Stadt am Fluß Douro. Die Häuser der Altstadt zieren mit Blumen behangene Eisenbalkone, die Wäsche flattert im Wind und die Krämerläden erinnerten uns an die 50iger Jahre. Noch bis 1960 wurde die Weinernte aus den im landesinneren liegenden Weinbaugebieten auf langen, schmalen Segelbooten, den "barcos rabelos" den Douro herabtransportiert, um hier in Holzfässern zu reifen. Die zahlreichen Portweinkellereien laden zu einen Besuch ein.
Von Porto aus segelten wir über die Grenze nach Nordspanien und mit dem Wechsel der Länder änderte sich auch das Wetter. Der Wind wehte moderat aus SW und die Atlantikdünung war auf nur 1 - 1,5 m zurückgegangen. Im ersten spanischen Hafen Bayona fielen uns zudem noch die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten der Spanier und der Portugiesen auf. Die Essens- und Geschäftszeiten der Portugiesen erinnerten uns an zu Hause, abends waren die Straßen wie leergefegt. Ganz anders dagegen Spanien! Hier findet das Leben auf der Straße statt. Die Spanier flanieren gerne schick gekleidet mit Familie und Freunden. Bars und Restaurants sind gut besucht, es wird bis in die Nacht gegessen und gefeiert. Wir sind einmal mehr begeistert von der bejahenden Lebensart der Spanier und passen uns gerne wieder ihrem Lebensrhythmus an.
Das nun vor uns liegende Nordspanien besteht vorwiegend aus Steilküsten mit vielen Kaps, bizarren Felsformationen, fjordartigen, tiefen Landeinschnitten und vorgelagerten Inseln. Ein traumhaft schönes Segelrevier, bei dem es auf Untiefen zu achten gilt und Wind und Wellengang schnell wechseln können.Hier könnte man noch tagelang Buchten und Fjorde erkunden. Uns trieb aber ein handiger Wind aus SW voran und wir segelten über Muros, am Cabo Finisterre vorbei in den Hafen von Camarinas und von dort weiter nach La Coruna. Die historische Seestadt ist oft der Absprunghafen über die Biscaya. Wir entschieden uns aus Wettergründen dafür, noch ein Stück in die Biscaya hineinzulaufen.
In Gijon angekommen, genießen wir nun die letzten Tage in Spanien und bereiten uns auf den Absprung in die Bretagne vor. 260 sm liegen vor uns und wir hoffen, diese in 2-3 Tagen zu schaffen. Bei unserer eigenen Wetterplanung unterstützen uns die Amateurfunker von Intermar (DL0IMA). Es ist eine Freude, wie viel Mühe sie sich mit uns Seglern geben, mitdenken und mitplanen. Da die Wetterlage für die nächste Woche ruhiges Hochdruckwetter verspricht, werden wir voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch starten.
Herzliche Grüße
Elvira und Alfons


29 . April 2003

14. Fahrbericht der "TABALUGA"
Im Atlantik
Lissabon erreicht
Liebe Familie und Freunde, die Entscheidung ist gefallen !

Wir haben damit angefangen, uns mit dem Atlantik anzufreunden.
Die Kraft des Meeres ist hier elementar. Große, lange Wellen schaukeln das Boot stetig auf und ab. Man hat neben der normalen Windsee eine Dünung. Diese kann eine andere Richtung als der Wind haben und leicht Höhen von 3-5 Metern erreichen.
Durch diesen Seegang wird das Leben auf einem kleinen Schiff wie unserer Tabaluga unkomfortabel. Um dem Körper Erholungspausen zu gönnen, machen Alfons und ich deshalb regelmäßig Wachwechsel. Wir fahren mit Selbststeueranlage und in der Nacht mit Radarhilfe.

So haben wir inzwischen schon Lissabon erreicht. Auf dem Weg hierher verlebten wir mit unseren Freunden aus Cuxhaven eine schöne Woche. Wir segelten mit Ulrike und Michael von Malaga über Gibraltar nach Cadiz. Hannelore und Klaus begleiteten uns auf dem Landweg. So ergab sich an Sturmtagen die Möglichkeit einer Landerkundung. Den Abschluß des Törns bildete die österliche Prozession in Cadiz. Inzwischen sind alle Cuxhavener wieder gut zu Hause angekommen und wir in zwei großen Schlägen über Lagos nach Lissabon gesegelt.
Das Wetter war dabei im April recht unbeständig. Wir mußten durch genaues Studieren des Wetterberichtes die wenigen ruhigen Tage zwischen den Sturmtagen nutzen, um weiterzukommen. Allerdings ermöglicht uns nur dieses unbeständige Wetter mit den durchziehenden Tiefdruckgebieten und wechselden Winden die Strecke nach Norden zu machen. Wenn ab Mitte bis Ende Mai schöneres Hochdruckwetter beginnt, setzt der Portugisische Norder ein. Bis dahin wollen wir dann schon in Nordspanien sein.
Vorerst genießen wir noch Lissabon. Eine sympathische Stadt mit langer Seefahrertradition.
Viele liebe Grüße
Elvira und Alfons
SY Tabaluga


9. April 2003

13. Fahrbericht der "TABALUGA"
Aufbruch - Südlich von Malaga
Liebe Familie und Freunde!
Zwei Monate ist die letzte e-mail alt und wir bekommen schon Nachfragen, wie es denn weitergeht.
Hier zunächst unser Rückblick:
Durch eine Zerrung in der Schulter, die sich Alfons auf der letzten Talfahrt beim Skifahren einfing, wurden angedachte Tauchgänge verschoben und dafür Ausflüge in die Alpujarras unternommen. An einem Tag mit dem heftigsten Regen, den wir hier erlebten (Weltuntergang), verabschiedete sich fern der Zivilisation die Zylinderkopfdichtung unseres Autos. Der ADAC regelte alles und nach 5 Tagen war das Problem beseitigt.
Anschließend bekamen wir Besuch aus Mallorca und Hamburg und unternahmen gemeinsame Ausflüge und Besichtigungen. Danach konnten dann unsere verschobenen Tauchaktivitäten beginnen, die Schulter war fast wieder ok. Nach nur 4 Tauchgängen wurde das Wasser allerdings durch über eine Woche Sturm so aufgewühlt, daß Tauchen hier auf die Besichtigung von treibendem Müll reduziert wurde. Wir verlegten unsere Aktivitäten wieder auf das schöne andalusische Hinterland und besichtigten mit Freunden aus Altenwalde Nerja und Ronda. In der letzten Woche unserer Winterliegezeit nahmen wir uns dann noch Cordoba für 3 Tage vor und beendeten damit unsere Landexkursionen.
Am 31.März 2003 machten wir uns mit unserer Tabaluga erstmalig wieder auf den Weg. Nachdem wir uns persönlich und im Netmeeting von allen verabschiedet hatten, begleiteten uns viele guten Wünsche und winkende Hände aus dem Hafen. Eine dreimonatige Winterliegezeit mit netten Menschen und vielen neuen Eindrücken liegt nun hinter uns.

Über Almerimar, Motril, Caleta de Velez segelten/motorten wir nach Benalmadena (15 km südlich von Malaga). Am Samstag trafen hier unsere lieben Nachbarn aus Cuxhaven mit ihrem Wohnmobil ein, um am 8. April mit uns Elviras Geburtstag zu feiern. Wir bestellten für sie das allerbeste Wetter und hoffen, daß es auch noch sonnig und ruhig weitergeht, wenn Michael und Ulrike am 9. April hier einfliegen, um mit uns ein Stück weiterzusegeln.
Unser Wunsch wäre es, gemeinsam die Algarve zu erkunden. Wir würden uns gerne den Atlantik ansehen und über Portugal nordwärts Richtung Heimat segeln. Falls uns der Atlantik zu ruppig wird, können wir noch über das Mittelmeer und die Rohne zurückkommen.Durch die Stürme, die gerade im letzten Monat über uns hinwegzogen, sind wir vorsichtig geworden. Segeln gegen Wind und Welle haben wir nicht vor. Wir lassen uns überraschen!
Herzliche Grüße
Elvira und Alfons
SY Tabaluga


14. Februar 2003

12. Fahrbericht der "TABALUGA"
Winterliegezeit in der Bucht von Almeria
Seit 8 Wochen liegt unsere Tabaluga nun schon fest vertäut und es wird einmal wieder Zeit für einen Rückblick.
In Ceuta endete unser letzter Bericht. Anfang Dezember segelten wir von da aus über die Straße von Gibraltar zurück. Wie schon auf der Hinfahrt wurden aus angesagten 2-3 Windstärken durch den Düseneffekt 7-8. Glücklicherweise wehte der Wind von achtern und schob uns so schnell in die gewünschte Richtung. Aguadulce, in der Bucht von Almeria, war unser Wunschhafen für die Winterliegezeit und hier wurden wir am 11.12.02 mit Sonne und Wärme empfangen.
Der Sportboothafen von Aguadulce liegt direkt am Montesol, der die Sonnenwärme des Tages speichert und einen natürlichen Schutz vor Nord und Westwinden bietet. Viele andere Winterlieger hatten sich hier schon eingefunden und wir waren froh, noch einen der letzten Plätze buchen zu können.
Nicht gerne, aber einigermaßen beruhigt, ließen wir unsere Tabaluga hier zurück, um über Weihnachten und Silvester turbulente, aber sehr schöne Tage mit unseren Kindern und Freunden in Cuxhaven zu verbringen.
Im neuen Jahr machten wir uns dann mit dem Wagen auf die lange Rückfahrt in den Süden und waren am 6.1. erleichtert, unser kleines Schiff unversehrt wieder vorzufinden. Obwohl es rundherum stürmte, lag es ruhig und eingestaubt im Hafenwasser. Wir genossen nach der Kälte und Glätte in Deutchland die Wärme und Sonne mit einem Temperaturunterschied von 20 Grad.

Das Auto bietet uns nun eine erhebliche Mobilität. So können wir das herrliche Hinterland Andalusiens erkunden. Die Vielfalt der Landschaften in kurzer Distanz ist einmalig. Vom kargen, wüstenähnlichen Landstrich Almerias fahren wir in 2 1/2 Stunden durch Täler und Schluchten an Olivenhainen und blühenden Mandelbäumen vorbei über Granada auf 2100m Höhe in das Wintersportgebiet der Sierra Nevada. Hier führen 2 Kabinenbahnen, Sessel-und Schlepplifte bis auf 3400m Höhe in ein Skigebiet mit super präparierten Pisten und Sonne pur - das reine Skivergnügen!
Wir sind begeistert und gönnen uns auf unseren mitgebrachten Skiern gleich mehrere Tage diesen Luxus. Unsere Segelkleidung bewährt sich dabei auch als Skikleidung.
In den folgenden Wochen beschäftigen wir uns mit der reichen geschichtlichen Vergangenheit Andalusiens, besichtigen Granada mit der Alhambra, unternehmen Tagesausflüge und Spaziergänge in die Umgebung.

Und immer interessanter gestaltet sich das Leben im Hafen selbst. Wir lernen allmählich die Besatzungen der anderen Winterlieger kennen und immer öfter bleibt man auf ein Schwätzchen stehen. Eine internationale Gemeinschaft von Seglern aus Dänemark, Deutschland, Schweden, Frankreich, Belgien, der Schweiz, USA, Irland, Schottland und vor allem aus England hat sich hier zusammengefunden, um teilweise zum wiederholten Male, teilweise erstmalig in Südspanien zu überwintern. Wir sind interessiert, ihre Geschichten und Routen zu erfahren und schließen uns immer öfter den Aktivitäten im Hafen an.
Die Engländer sind hier sehr aktiv und organisieren in Eigeninitiative das morgendliche net-meeting, das der Verständigung und gegenseitigen Hilfestellung unter den Bootsbesatzungen dient. Ferner kann man sich an Festen, dem Spanischkurs, Fahrradtouren, Quizabenden und dem sonntäglichen Grillen auf dem Steg beteiligen.
Allein mit diesen Aktivitäten wäre man schon ausgelastet, kämen nicht noch eigene Ideen dazu. So haben wir mit dem Schnorcheln angefangen und wollen demnächst verstärkt tauchen. Bei heute 23 Grad Luft und 16 Grad Wassertemperatur mit Neo überhaupt kein Problem.
Wie Ihr sicher leicht feststellen könnt, genießen wir unser "Traumjahr" in vollen Zügen und nachdem es in Granada eine calle Elvira und in Almeria eine calle Alfonso gibt, fühlen wir uns hier schon ganz schön heimisch. Wie war das mit dem Spinnaker, der auf dem Rückweg klemmt?


Mit ganz herzlichen Grüßen

Elvira und Alfons.


10. November

11. Fahrbericht der "TABALUGA"
Der Umkehrpunkt - Gibraltar
Liebe Familie und Freunde!
Gibraltar hatten wir uns vor Weihnachten noch in den Kopf gesetzt, aber es sollte uns schwer fallen! Ab Alicante wehte der Wind oft in Sturmstärke von vorn. Wir segelten und motorten gegen Strom und Wind aus Südwest bis West. Meistens mit Ölzeug und salzverkrustet kamen wir abends im Hafen an und freuten uns auf eine warme Dusche. Die Zwangspausen, die uns der Wind (Poniente) ab und an verordnete, nutzten wir, um z.B. das schöne Malaga mit seiner maurischen Burganlage zu besichtigen.
Am Mittwoch, dem 27.11. hatten wir es dann geschafft. In der Straße von Gibraltar kreuzten wir mit gerefftem Groß am Europapoint vorbei in den Hafen. Die Zollformalitäten waren schnell erledigt und wir fanden in der Sheppards Marina noch ein Plätzchen. Im Hafenführer steht speziell zu dieser Marina sehr richtig:"Bunte Yachten aus aller Welt prägen hier das Bild. Viele von ihnen zeugen vom Ende eines Traums. Für den einen von ihnen ist Gib der Hafen zum Absprung vom alten Kontinent, für manch anderen ist Gib eben Endstation."
Für uns war Gibraltar der Umkehrpunkt unserer Reise und eine Sektflasche wert. In den folgenden Tagen beschäftigten wir uns reichlich mit Gibraltars bewegter Geschichte, erwanderten den Affenfelsen und hatten bei guter Sicht einen imposanten Blick über die Bucht von Gibraltar und gen Afrika.
Bei schönem Segelwetter verließen wir nach einigen Tagen Europa. Aus den angesagten 3-4 Windstärken aus West entwickelten sich in der Straße von Gibraltar schnell 7 Windstärken. Mit Sturmfock und doppelt gerefftem Groß liefen wir nach nur drei Stunden nach Ceuta ein.
Ceuta ist eine spanische Enklave, in der die Mischung der Bevölkerung deutlich bunter wird. Aber erst ein Ausflug nach Marokko ins nahe Tetouan führte uns tatsächlich nach Afrika. Abdul, ein deutschsprachiger Führer, zeigte uns die Medina (Altstadt) von Tetouan und wir fühlten uns ins Mittelalter versetzt. Markt in engsten Gassen, dazu Werkstätten, in denen auf 4 m² 5 Personen ohne Maschinen arbeiten, bestimmen das Leben in der Altstadt. Warengruppen und Gewerke sind in unterschiedlichen Bereichen untergebracht. Alle Dinge des täglichen Lebens sind hier zu finden und werden in Handarbeit hergestellt. Wir hätten noch stundenlang verweilen und nur zuschauen wollen.
Doch morgen werden wir zur Costa del Sol in Richtung Almeria zurücksegeln und hoffen dort unseren Winterliegeplatz zu finden.
Wir planen über Weihnachten nach Hause zu fliegen und unser Auto nachzuholen. Die Monate bis April wollen wir damit Andalusien erkunden und eventuell in der Sierra Nevada Ski laufen. Wir freuen uns sehr darauf, Euch, liebe Familie und Freunde, wiederzusehen.
Wir wünschen Euch eine ruhige Vorweihnachtszeit mit gemütlichen Stunden im Kerzenlicht und ein besinnliches Weihnachtsfest,
herzlichst

Elvira und Alfons
SY Tabaluga


10. November

11. Fahrbericht der "TABALUGA"
Ein Hundeleben in Herrlichkeit
Liebe Familie + Freunde,
hier unser nächster Bericht nach fast 4 Wochen. Ihr werdet feststellen - die Segeltage werden weniger - die Steh- und Trödeltage mehr - wir kommen dem Ziel unserer Reise immer näher - es ist wie die Segler Koch es einmal nannten: "Ein Hundeleben in Herrlichkeit!".
Mallorca sollte uns noch längere Zeit fesseln. Nachdem Steffi und Malte uns dort besucht hatten, entschloß sich auch Lasse ganz spontan, für eine Woche zu kommen. Vom Flughafen Hamburg ist es auch wirklich nur ein Sprung von 2,5 Stunden. Mit Lasses aktiver Unterstützung segelten, später motorten wir nach Ibiza. Dem legendären Ruf als Partyinsel wurde Ibiza nicht mehr ganz gerecht, dazu muß man in der Saison hier anlanden, aber das "Pacha" war schon einen Besuch wert. Hier gilt sehen und gesehen werden mit möglichst auffälligem Outfit. Von Mitternacht bis 6 Uhr früh tobt in der Edeldisco das Leben. Die "kurzen Tage" nutzten wir zum Besichtigen, Sonnen und Baden. Die Rücktour von Ibiza nach Mallorca segelten und motorten wir als Nachttörn.
Nach Lasses Abflug in das kalte Hamburg erfüllten wir noch Elviras langgehegten Wunsch mit einigen Wanderungen im Tramuntanagebirge. Ende Oktober machten wir uns erneut auf den Weg nach Ibiza und hatten eine herrlich schnelle Überfahrt. Bei strahlendem Sonnenschein und halbem Wind von 5 Beaufort rauschte unsere Tabaluga durchs Wasser. Die günstigen Winde nutzten wir, um wenig später zum Festland Spaniens zu segeln.
Hier liegen wir nun schon einige Tage in Alicante. Die Stadt gefällt uns so gut, daß wir uns nur schwer trennen können. Auf der von Palmen gesäumten Promenade "Explanada de Espana" sitzen Spanier auf Gartenstühlen, lesen Zeitung, halten ein Schwätzchen und beobachten das bunte Treiben. Der tägliche Gang zur Markthalle ist für Elvira ein Hochgenuß.
Trotzdem soll es in den nächsten Tagen weiter an Spaniens Küste gen Süden gehen. Nach einigen Stehtagen freuen wir uns immer wieder auf das Segeln und das Neue des nächsten Hafens. Das Wetter ist hier am Festland noch beständiger und wärmer als auf den Inseln. Nach wie vor baden wir fast täglich im Meer, die Tage werden kürzer, sind aber trotzdem sonnig und warm. Die Weihnachtsdekoration in den Kaufhäusern scheint hier völlig deplaziert und erinnert uns an die fortgeschrittene Zeit und daran, daß wir uns langsam nach einem Winterquartier umtun müssen. Fast täglich hält Alfons einen Funkkontakt mit Ingmar (DL3HBY) aus Altenwalde und erfährt die Neuigkeiten aus Cuxhaven. Wer mithören will/kann: 14.313kHz treffen wir uns gegen 13:15 Uhr.
Soweit ganz herzliche Grüße
von Elvira + Alfons


PS: Tel-Spanien: 0034 61 00 29 423


15. Otober

10. Fahrbericht der "TABALUGA"
Abschluß Mallorca




Mahon auf Menorca liegt schon eine Weile hinter uns und bevor wir den Absprung von Mallorca nach Ibiza und dem Festland machen, wollen wir uns noch einmal melden.
Von Mahon aus trödelten wir an der Südküste Menorcas durch wunderschöne Ankerbuchten. Bis auf das Abwettern eines schweren Gewitters in einer von Felsen umgebenen Bucht erlebten wir ruhige Tage und einfaches Segeln nach Sicht.
Von Ciudadela als letztem menorcinischen Hafen steuerten wir Alcudia auf Mallorca an. Dieser Hafen schien uns so abgesichert, daß wir zusammen zur Familienfeier nach Hannover flogen, um all unsere Lieben einmal wiederzusehen.
Nach der Rückkehr setzten wir unsere Reise an der Südostküste Mallorcas fort. Unsere Stationen: Cala Ratjada, Porto Cristo, Porto Colom, Cala Mitjana, Cabrera. Um im Naturschutzgebiet der Insel Cabrera an Bojen zu liegen, muß man sich vorher eine Genehmigung einholen. Wir verbrachten dort zwei Tage. Die Ruhe dieser Insel ist buchstäblich fühlbar. Nach dem Sundowner in der einzigen Hafenkneipe erlebten wir dort einen einzigartigen Abend mit den ortsansässigen Spaniern, die uns zu ihrem Nationalgetränk und selbstgekochter Paella einluden. Die Fotos zeigen den Poizeikommandanten der Insel - Ähnlichkeit mit einer Cuxhavener Person nicht ausgeschlossen.
Danach setzten wir unsere Reise nach Colonia de Sant Jordi, in die Ankerbucht Cala Pi und nach El Arenal fort.
In der Bucht von Palma verlebten wir eine schöne Woche mit unserem Sohn Malte und seiner Freundin. Das Wetter wird allerdings langsam unbeständiger, teilweise stürmisch. Es gibt aber immer noch viele Tage mit bestem "Ostseehochsommerwetter" ( 24-26 Grad Luft- und 23 Grad Wassertemperatur).
Oft denken wir an Cuxhaven, wo die Saison zu Ende geht und die Schiffe an Land gestellt werden. Auch hier werden einige Schiffe herausgehoben, die meisten bleiben allerdings im Wasser. Frostschutzmittel braucht man hier nicht!

Liebe Grüße Elvira und Alfons
SY Tabaluga


23. August

9. Fahrbericht der "TABALUGA"
Menorca
Nachdem wir am 24.8.2002 in Porto Capitana kurz vor Cagliari festgemacht hatten, wurden wir auch gleich von unserer Tochter Ronja mit ihrem Mann und unserer Enkeltochter begrüßt. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesengroß und die kleine Lea zog uns gleich in ihren Bann. Wir verlebten wunderschöne Tage in Familie, besichtigten Cagliari und machten einige Tauchgänge. Das Tauchrevier ist hier relativ tief, einige Wracks liegen auf 40-50 m, die oberen Aufbauten schon mal bei 30 m. Tauchgänge ohne Deco sind fast nicht möglich. Gemeinsam haben wir z.B. das Wrack der Romagna 36/44m angetaucht, meine größte Tiefe habe ich beim Wrack der Isonzo 40/57m erreicht. Mit besonderer Ausrüstung taucht man hier bis auf 100m ab.

Siehe auch: www.mareaperto.it/morgan.html

Innerhalb dieses Aufenthaltes hatten wir hier Mistral und starke Gewitter. In der letzten Woche zeichnete sich dann eine Wetterberuhigung ab und wir beschlossen, am 3.9.2002 die Überfahrt nach Menorca in Angriff zu nehmen.

Da die Erfahrung uns gelehrt hatte, daß es hier meist zwei Zustände gibt - entweder Starkwind oder Flaute - bunkerten wir an der Südspitze Sardiniens noch einmal Diesel. Am Morgen des 4.9.2002 begann die Überfahrt dann auch unter Motor. Doch schon bald konnten wir den Spi setzen, der Wind nahm schnell zu und als eine Naht des Spis zu reißen begann, segelten wir unter weißen Segeln flott weiter. Ab Mitternacht mußten wir den Motor bemühen. Mit 2-stündiger Wachablösung motorten wir durch eine mondlose, aber sternenreiche sehr dunkle Nacht.

Am zweiten Tag auf See begnete uns eine große Meeresschildkröte. Erst gegen Nachmittag setze der Wind mit nahenden Gewitterwolken wieder ein. Eine Windhose in unmittelbarer Nähe ließ uns die Segel für kurze Zeit bergen. 30 Minuten später war eine Winddrehung von mehr als 90 Grad durch und der Ritt begann. Der Wind frischte bis auf 6-7 Bft auf, innerhalb von 3-4 Stunden hatten wir ca. 3 m Seegang in schwarzer Nacht. Die verbliebenen 70 sm rauschten wir halbwinds die Wellenberge rauf und runter. Einmal stand das Cockpit voll! Ohne Windsteueranlage wäre die Nacht kaum durchzuhalten gewesen. 2 Stunden vor Sonnenaufgang standen wir vor Mahon und suchten in Landabdeckung etwas Ruhe, bis wir bei erstem Sonnenlicht in den Hafen einliefen.

Zufällig kamen wir hier in das Wochenende des größten Inselfestes von Menorca (Gracia 2002). Hier werden Hengste durch die brodelnde Menschenmenge geritten und zum Steigen gebracht. Das Anfassen der Hengste dabei soll Glück bringen. Dazu trinkt man Pomada, eine Mischung aus Gin und Limettenbrause. Wir feierten drei Tage mit den Spaniern, genossen deren Gastfreundschaft und ausgelassene Lebensart.

Z.Zt. segeln wir gemütlich an der Südküste Menorcas und baden in kleinen Buchten. Unser nächstes Ziel ist Mallorca, wo Elvira zur goldenen Hochzeit ihrer Eltern am Wochenende des 21.9. nach Hannover fliegt.

Soweit das Neuste von der Tabaluga. In der Hoffnung, daß es allen gut geht, grüßen recht herzlich Elvira und Alfons
PS: Wir sind jetzt auch unter der spanischen Telefonnummer zu erreichen. 0034 610029423

23. August

8. Fahrbericht der "TABALUGA"
Korsika




Obwohl hier täglich neue Eindrücke auf uns einströmen, denken wir doch immer wieder an zu Hause. Wir freuen uns zu erfahren, wie es euch geht. Vielen Dank auch für einige genauere Infos zur Flutkatastrophe, wir können hier nur die Deutsche Welle zu dem Thema empfangen.

Aber nun zum Start von Menton nach Korsika. Nachdem der Mistral sein stärkstes Pulver (bis 10 Bft) verschossen hatte, nutzten wir den letzten Schwung zur Überfahrt nach Calvi und das war gut so. Wir kamen mit guter Fahrt aber bis zu 3 Meter hoher alter See nach Korsika, wo der Wind für die folgende Woche einschlief. Aufgrund der langfristig vorhergesagten ruhigen Wetterlage wagten wir uns an die als schöner beschriebene Westküste Korsikas und wurden nicht enttäuscht. Bergmassive von 2000 m Höhe ragen mit bizarren Steinformationen und verschiedenfarbigem Gestein ins Wasser. Buchten mit kristallklarem Wasser, Stränden, die nur von der Wasserseite erreichbar und fast menschenleer sind, laden zum Schnorcheln ein. Auch etliche Taucherboote finden sich ein, Sichtweite um 20 Meter. Ankermanöver sind normaler als Anleger am Steg. Jeder erste Sprung ins Wasser gilt dem Anker, der aber glücklicherweise noch keinen Beweis seiner Qualität abliefern mußte.
Wir sind hier in der Hochsaison, d.h., es gibt die Antwort eines Hafenmeisters: Der Hafen ist voll! Wie das dann bei Mistral weitergeht, möchten wir uns lieber nicht vorstellen! Hochsaison heißt auch: Motorboote mit PS-Leistungen unvorstellbarer Größenordnungen passieren im Autofahrerabstand und überholen sich dabei in dritter Reihe in der schlauchartigen Hafeneinfahrt von Bonifacio.
Jan Cux ist harmlos und untermotorisiert, er müßte sein Schiff ins Gleiten bringen können! Die Inselgruppe La Maddalena zwischen Korsika und Sardinien wird mit Superlativen wie karibisches Flair beschrieben, nur nützt das nichts, wenn das hier alle wissen! Überfüllung!!! Wir sind dem Paradies schnell entflohen und an der Ostküste Sardiniens heruntergefahren und teilweise gesegelt. Kurz hinter Olbia wurde es ruhig, hier ist es lieblicher als an der Westküste Korsikas. Die Menschen sind freundlicher trotz großer Sprachprobleme. Essengehen kostet nur die Hälfte im Verhältnis zu Frankreich. Die Auswahl an frischen Lebensmitteln, vor allen Dingen Meeresfrüchen ist überwältigend.
Heute sind wir im mittleren Teil der Ostküste. Hier fällt ein Gebirgsmassiv quasi ins Wasser und hat durch Auswaschungen Höhlen gebildet. In zwei Tagen wollen wir in Cagliari sein und unsere Tochter mit ihrer Familie zu besuchen.
Herzliche Grüße Elvira und Alfons SY TABALUGA

16. August

7. Fahrbericht der "TABALUGA"
Abschluss der Kanalfahrt
Der Sprung nach Korsika steht bevor, deshalb wollen wir den letzten Abschnitt unserer Reise, von Port St.Louis du Rhone bis Menton (franz. Cote d'Azur vor der italienischen Grenze) beschreiben.

Nachdem wir fast zu Motorbootfahrern geworden waren, genießen wir das Segeln umso mehr. Es ist eine einmalige Art der Fortbewegung. Beim Start von Port St. Luis du Rhone konnten wir gleich den Spi setzen und die Wellen britzelten am Rumpf unserer Tabaluga, als wollten sie etwas zuflüstern. Kurz vor Marseille endete der Törn dann aber mit doppelt gerefftem Groß als einzigem Segel bei voller Fahrt! Nicht immer ist das Mittelmeer so ruhig. Regelmäßig gibt es hier auch Starkwindwarnungen, die über Funk gut vorhergesagt werden. Dann baut sich schnell eine Welle auf. Bei vielen geschützten Ankerbuchten und Häfen findet man aber schnell ein Schlupfloch.

Überhaupt hat es uns das Ankern angetan. Von Marseille bis St. Tropez bieten sich durch vorgelagerte Inseln herrliche Ankerplätze, die bei kristallklarem Wasser zum Baden einladen. Gleich zu Anfang betätigten wir uns als Schatzsucher. Alfons fand 2 herrenlose, verkettete Anker und ich konnte einer Gruppe junger Leute einen Riesengefallen tun mit dem zufälligen Finden ihres Schlüsselbundes.
Ab St. Tropez stürzten wir uns dann ins pralle Leben der Altstädte. Enge Gassen, Boutiquen, Spezialitätenläden und vor allem Restaurantes und Bars im Freien laden zum Bummeln und Verweilen ein. Burganlagen, Schlösser und Kirchen bezeugen die schon frühere Attrakivität dieses Küstenabschnittes. Heute versuchen sich die Städte mit Veranstaltungen für ihre Gäste zu überbieten. Feuerwerk, Live-Musik .... täglich wird etwas geboten. In den Städten St.Tropez und Cannes wird das Geld zur Schau gestellt. Kleine, große und Megamotoryachten mit der Größe eines Paasagierschiffes, teilweise mit Hubschrauber, liegen vor den Stränden oder verursachen beim Pflügen durchs Wasser einen Schwell wie im Hamburger Hafen. Uns gefällt der Wechsel von Ankerbucht und Altstadtrummel und die Freiheit jeden Tag selbst zu gestalten, mit nur einer Abhängigkeit - des Windes ( im Bereich Korsika pfeift der Mistral und wir müssen warten).
Herzlichst Elvira und Alfons SY TABALUGA

29. Juli

6. Fahrbericht der "TABALUGA"
Abschluss der Kanalfahrt





Nachdem wir unsere Nachrichten seltener senden, kann jeder erkennen, dass wir uns weiter von Cuxhaven entfernt haben.
Hier nun unser Abschlußbericht - Kanalfahrt -.
Die "Arbeit eines Binnenschiffers" beginnt früh und endet spät!!
Seit Antwerpen (Mast wurde gelegt) haben wir 1300 km motort, Geschwindigkeiten zwischen 6 und 12 km/h, und 235 Schleusen überstanden, viele kleine im Canal de L´Est und einige große auf der Mosel und der Rhone bis 23 m Höhe. Die höchste Wasserhaltung betrug 360 m über NN.

Der Abschnitt Antwerpen bis Namur zeigte sich als schmutziger Industriekanal. Das Foto gehört in diese Zeit. Dieser Tampen hatte unsere Schraube mitten in einer Schleuse blockiert. Brüssel war nicht einladend!

Von Namur bis Toul (Meuse und Canal de L'Est Nord) war unsere Reise eine Wanderung durch eine wunderschöne Bergwelt, allerdings stark befahren von Motorbooten. In die kleinen Schleusen können immer nur 2-3 Boote hinein, dann wird es sehr eng.

Am 14. Juli bekamen wir überraschenden Besuch unserer Nachbarn und erlebten ein großes Feuerwerk in Verdun. Das kurze Stück Mosel wurde dann zur Entspannung, wenig Schleusen, breit und kaum befahren. Der Canal de L'Est Süd mit 121 km und 93 Schleusen war schön, aber lang! Lang deshalb, weil man von einer Schleuse zur nächsten sehen kann, 1-3 km Entfernung, sehr romantisch. Man schippert mitten durch die Büsche, so zugewachsen ist er teilweise.

Den schönsten Teil der Reise bescherte uns die Saone. Man konnte schon mal wieder etwas weiter blicken, die Orte wurden deutlich hübscher! Die Sonne mit ihrer Wärme und den lauen Nächten gepaart mit regionalen Köstlichkeiten taten ihr übriges.
Lyon ist einen langen Aufenthalt wert aber uns zog das Mittelmeer nach der vielen Motorfahrt magisch an. Wir hatten die Rhone als Industriekanal in Verdacht, aber auch sie zeigte sich von ihrer besten Seite! Die großen Schleusen fahren sich deutlich einfacher als die kleinen!!

Wir sind gerade in Port-Saint-Louis-du-Rhone ankommen und wollen so schnell wie möglich den Mast wieder stellen!
Unsere nächstes Ziel: Die Cote d'Azur
Viele Grüße Elvira und Alfons SY Tabaluga PS: Vielen Dank für die angekommenen e-mails, wir haben uns sehr darüber gefreut, und allen Schulabhängigen einen guten Start.

15. Juli

5. Fahrbericht der "TABALUGA"
Am 14. Juli in Verdun

Viele nette e-mails haben uns inzwischen erreicht, Familie und Freunde fahren mit dem Finger auf der Landkarte mit und so wollen wir weiter berichten.

Was anfangs nur als einfache (schnelle) Möglichkeit ins Mittelmeer zu kommen gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einem besonderen Erlebnis. Unlängst verbrachten wir einen netten Abend mit Weltenbummlern aus Sydney, die extra für diese Reise den Mast von ihrer 16 m Segelyacht abnehmen ließen, um dieses Stückchen Erde zu erschließen.

Wir fahren mit dem Boot Stufe für Stufe hinauf, um auf schmalen Kanälen mit unzähligen Schleusen, durch enge, dunkle Tunnel die Ardennen zu erklimmen. Die Bootsreise entwickelt sich zu einer Bergwanderung - die Geschwindigkeit ebenso. Wir schaffen pro Tag 7-10 Schleusen und 40-50 km. Der höchste Punkt ist noch lange nicht erreicht. Heute, am 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, liegen wir mit unserer Tabaluga mitten in Verdun und wollen das große Feuerwerk heute abend mit einem Glas Rotwein genießen.
Herzliche Grüße Elvira und Alfons SY TABALUGA

8. Juli

4. Fahrbericht der "TABALUGA"
Routenänderung



Wir haben uns nach der mittelfristigen Wettervorhersage in der Westerschelde entschieden, vor dem Wind nach Antwerpen abzulaufen und den Mast zu legen.

Jetzt sind wir auf dem Weg in den canal de l´est und nach dem Passieren einiger Schleusen mit dem Schiffshebewerk Ronquières den Berg hinaufgefahren - eine spannende Sache!
Grüße Elvira und Alfons

4. Juli

3. Fahrbericht der "TABALUGA"
"Irgendwie hatten wir uns den Start unserer Jahresreise etwas anders vorgestellt, hatten mehr an Sommer mit Sonnenbrille gedacht.
Stattdessen schützt uns die Sonnenbrille vor ins Auge pfeifendem Regen; wir sitzen auf der hohen Kante, eingepackt bis auf die Nasenspitze und segeln, immerhin ohne Welle, mit gerefftem Groß und der Sturmfock bei 6-7 Beaufort gegenan.
Trotzdem sind wir guter Dinge und absolut sicher, dass wir mit der Wahl, binnenbords über Ooster- und Westerschelde zu gehen, richtig entschieden haben.
Auf unserer Reise sind wir bereits durch Gebiete gekommen, die jederzeit auch für einen längeren Aufenthalt lohnen würden. Angefangen bei den ostfriesischen Inseln (Wangerooge und Norderney) durch Friesland (Delfzijl, Groningen, Dokkum, Harlingen) segelten wir übers Ijsselmeer, Markermeer bis Amsterdam. Von da in der Nacht um 2 Uhr im Konvois (mit uns fuhren 20 Schiffe) mitten durch Amsterdam (14 Brücken) weiter über Gouda und Dordrecht bis an den Eingang zum Hollandsch Diep. Die Motorfahrt dauerte 18 Stunden mit ca. 3 Stunden Schlaf vor einer Autobahnbrücke. Dann kreuzten wir gegen 6 bis 7 Beaufort über Willemstad in die Oosterschelde.
Wir überlegen, bei ausbleibender Wetterbesserung, eventuell binnen Richtung Südfrankreich zu gehen."
Liebe Grüße Elvira und Alfons SY Tabaluga

26. Juni 2002

2. Fahrbericht der "TABALUGA"
vom 25. Juni 2002

"Seit Wangerooge kämpft sich unsere Tabaluga tapfer gegen westliche Winde voran. Bis Norderney auf der Nordsee, ab da binnenbord durchs Wattenfahrwasser nach Delzijl und durch das Kanalsystem Hollands.
Heute sind wir in Harlingen, einer schönen kleinen Stadt mit Grachten und dem angeblich besten Käseladen angekommen, um morgen weiter ins Ijsselmeer zu segeln.
Mit jeder Seemeile, die wir uns entfernen, fängt der Urlaub etwas mehr an. Erst hinter Amsterdam wird es wirklich neu.
Bis zum nächsten Reisebericht in ca. einer Woche grüßen
Elvira und Alfons Schön von der Tabaluga

22. Juni 2002

1. Fahrbericht der "TABALUGA"
vom 22. Juni 2002




Nach Gewitterböen bis 8 Beaufort und angekündigten Sturmwarnungen für die Nacht, entschieden sich Alfons und ich, nicht am Donnerstag, dem 20.6.02, auszulaufen.
Schließlich hatten wir unserer Tochter versprochen, keine Risiken einzugehen.
Irgendwie verkehrte Welt: Früher erwarteten wir das von unseren Kindern!
Am Freitag fehlte uns dann ein wenig Wind vom Vortag, und wir mussten die größte Strecke bis Wangerooge motoren. Abends erreichten wir den idyllischen kleinen Hafen und ließen uns in netter Gesellschaft ein Bier im Wangerooger Yachtclub schmecken. Die Ruhe der Insel tat ihr übriges und uns dämmerte allmählich, dass wir tatsächlich losgekommen waren.
Die Erinnerung an unsere Verabschiedung ist aber noch ganz frisch und wir möchten uns bedanken für die Anteilnahme, lieben Worte und guten Wünsche, die uns von nun an begleiten werden. Es war für uns überwältigend und eine wunderbare Erfahrung, so liebe Mensche um sich zu haben.
Herzlichst
Elvira und Alfons
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